Pressekonferenz 16. Februar 2018 Stadtspiegel

Forum Gegenwind bläst
zum Widerstand

Menden. Es erinnert ein bisschen an „Don Quixote“ und seinen Kampf gegen die Windmühlenflügel. Das Forum Gegenwind gegen Gelsenwasser und die Stadtwerke. Was hat die Bürger-Initiative für Chancen? „Wir werden alle Möglichkeiten ausnutzen“, sind sich die Protestler einig und stellen sich auf eine langwierige Angelegenheit ein.

 

Eine Maßnahme ist die Bürgerversammlung am Donnerstag, 22. Februar, 19 Uhr, in der Schützenhalle Platte Heide. Weitere, wie etwa die Auslage von Unterschriftenlisten auf dem Wochenmarkt, sollen folgen.
Mit einer weitausholenden Armbewegung zeigte Peter Schnurbus über die grünen Flächen zwischen Menden und Ostsümmern: „Dies ist ein Naherholungsgebiet der besten Güte. Zudem hat sich hier ein Biotop entwickelt, wo sich seltene Tiere sehr wohlfühlen.“ Er und seine Mitstreiter können nicht verstehen, dass genau hier Windräder entstehen sollen. Drei der Anlagen, um genau zu sein.
Allein die Tatsache, dass ein Naturgebiet zerstört werden soll, regt die Mitglieder des Forums Gegenwind im SBV Forum Platte Heide auf. Sie wollen die Installation auf alle Fälle verhindern. Und haben dazu eine Menge Punkte zusammengetragen, die, ihrer Meinung nach, gegen den Bau sprechen.
„Alleine das Monströse ist kaum vorstellbar“, verdeutlichen die Teilnehmer der Bürger-Initiative bei einem Pressetermin vor Ort. „Jede Anlage soll dreieinhalbmal so hoch wie die Vincenzkirche werden.“ 250 Meter, dies stellt sogar den Kölner Dom in den Schatten.
Das Forum Gegenwind ist ein Zusammenschluss von zehn Vereinen und zahlreichen Einzelpersonen aus Menden, Platte Heide, Ostsümmern und Halingen. Rund 2.000 Mitglieder stellen inzwischen eine gewichtige Streitmacht dar, die mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Windräder kämpfen.
„Wir werden die Öffentlichkeit mit vielerlei Aktionen über die Auswirkungen der geplanten WKA informieren, mit all ihren negativen Begleiterscheinungen“, setzt Schnurbus auf Aufklärung.
Natürlich ist es den Protagonisten klar, dass es für alle Standorte gute Gründe gibt, die für oder gegen den Bau sprechen. „Aber Ostsümmern hat ein Alleinstellungsmerkmal“, beschwört der Wortführer. „Denn hier sprechen alle denkbaren Argumente gegen die Installation solcher Anlagen.“
Der Wert der Naherholungsanlage würde gegen Null fahren, die Lärmimmissionen, die massive Störwirkung auch der optischen Art und der damit verbundene Besitzstandsverlust der Anwohner sind Argumente.
Was wird aus der Kleingarten-Kolonie „Kleine Heide“? Bedeutet die Installation der Monsteranlagen das Aus des Campingplatzes?
Der Lebensraum für Tiere und Pflanzen wird rigoros verändert. „Zu beachten sind auch die Schutzbestimmungen für Arten die besonders und streng geschützt sind“, erinnern die Sprecher des Forums.
Zu bedenken wären neben den Rotorbewegungen der entstehende Unterdruck und die Luftwirbelungen.
Heimische Vögel könnten abwandern und sich andere Lebensräume in der Umgebung suchen.
„Dies sollten schon Gründe genug sein, Anstand von den Bauabsichten zu nehmen“, hofft Peter Schnurbus. Weiß aber gleichzeitig, dass ohne ernsthafte Gegenwehr schnell Tatsachen geschaffen werden.
Dass gerade die Stadtwerke sich beteiligen, empört die Mitglieder des Forums. „Wer sich wie der heimische Energieversorger seiner Verantwortung für Stadt und Region rühmt, der darf sich nicht ruhigen Gewissens auf einen solchen Irrweg begeben“, steht in einer Pressemitteilung.
Eines möchte Peter Schnurbus, auch Vorsitzender im Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen, noch klarstellen: „Meiner Ansicht hat Menden überhaupt keine entsprechenden Flächen. Da müssen auch keine mit Gewalt gesucht werden.“

 

(Text und Fotos stammen vom Stadtspiegel/Lokalkompass-Mitarbeiter Peter Benedickt) 

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